
LL-M: Starke Leistung trotz Niederlage (10.05.2004)
Bereits im Vorfeld des Spieles war klar, dass ein Sieg in St. Pölten nur sehr schwer zu erreichen sein wird. Mit den Tullner HLA Spielern Djukic und Wagesreiter verfügt St. Pölten über zwei überaus starke Aufbauspieler, die mit Doppelspielberechtigung für die Landshauptstädter zum Einsatz kommen würden. Es ist wohl müßig über eine Wettbewerbsverzehrung zu reden, wenn von Seite des ÖHB diese Vorgangsweise akzeptiert wird. Aber es sollte doch gestattet sein über solche Auswüchse einer prinzipiell guten Idee, talentierten Nachwuchsspielern die Chance bei höherklassigen Vereinen zu bieten, nachzudenken. Durch zahlreiche, verletzungsbedingte Absagen konnte Trainer Erwin Rasch nur auf einen kleinen Kader zurückgreifen. Das letzte Aufgebot des UHC Stockerau lieferte aber ein tolles Spiel und machte der verstärkten St. Pöltner Mannschaft das Siegen sehr schwer. Vor allem die Verteidigung stand felsenfest und ließ vor allem in der ersten Halbzeit nur wenige Tore zu. In den ersten 20 Minuten spielte St. Pölten ohne HLA Verstärkung. In dieser Phase war der UHC ständig mit ein, zwei Toren in Führung und kontrollierte das Geschehen. Mit dem Einsatz von Wagesreiter konnte St. Pölten den Ausgleich und die Pausenführung von 11:10 erzielen. Nach der Halbzeit kamen beide Tullner zu Einsatz und St. Pölten erhöhte das Tempo. Mit großem Charakter und Kampfgeist hielten die jungen Stockerauer dagegen und erzwangen immer wieder den Ausgleich. Vor allem Ronald Muhm bewies in dieser Situation sein großes Talent und brachte die gegnerische Verteidigung immer wieder ins wanken. Aber auch die anderen Stockerauer konnten das hohe Tempo mittragen, kämpften beherzt um jeden Ball und erreichten immer wieder den Ausgleich. Tormann Alexander Hrdlicka steigerte sich in eine Überform und hielt auch unhaltbare Schüsse. Gegen Ende begann St. Pölten zu wanken. Einige Entscheidungen der Schiedsrichter hielten die Gastmannschaft aber weiter in Führung. Ein schweres Foul an Gustav Weigel beim Torwurf wurde statt 7 Meter nur mit Freiwurf geahndet und eine Attacke am Stockerauer Kreisläufer, Christian Hofbauer, mit Übertritt des Spielers. So gelang St. Pölten 10 Sekunden vor dem Ende das entscheidende 25:23. Trotz der Niederlage hielt sich die Enttäuschung im Stockerauer Lager in Grenzen. Die Mannschaftsleistung und vor allem der kämpferische Einsatz aller Spieler stimmten zu hundert Prozent. Am kommenden Samstag wird, im Entscheidungsspiel in Korneuburg, allerdings mindestens ein Punkt erforderlich sein um in der Landesliga zu bleiben. „Man wird sich überraschen lassen müssen, mit wie vielen „Doppelspielberechtigten“ Bundesligaspielern, Korneuburg den Klassenerhalt schaffen möchte“, meint Trainer Erwin Rasch. Den gegen die Standardlandesligatruppe aus Korneuburg hatte der UHC Stockerau bereits drei Mal das bessere Ende für sich und wird auch ein viertes Mal ohne Zweifel für sich entscheiden. Trainer Doru Simion, der die letzte Woche beim EHF-Kongress in Zypern weilte, und Erwin Rasch wird die Mannschaft optimal auf die bevorstehende Aufgabe vorbereiten.
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